| Adpositas-Chirugie - Biliopankreatische Diversion |
Biliopankreatische Diversion (BPD)
(Umleitung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsensäfte)
Bei extremen Formen der Adipositas (ab einem BMI > 50) ist die Erfolgsaussicht mit einem reinen restriktiven Verfahren, wie dem Magenband, der dauerhaften Gewichtsreduktion sehr gering.
Daher werden in diesen Fällen Bypassverfahren bevorzugt. Wie z.B. die biliopankreatische Diversion (BPD), welche 1979 von N. Scopinaro entwickelt wurde.
Hierbei kommen zwei Verfahren der Reduktion der Nährstoffaufnahme zum Einsatz. Zum eine Magenverkleinerung, welche die Nahrungsaufnahme begrenzt und ein frühes Sättigungsgefühl bewirkt, sowie das Zuführen der der Verdauungssäfte, erst zum Ende des Dünndarms, was eine viele geringere Möglichkeit der Resorption von Nahrung und ein vermehrtes und unverdautes Ausscheiden bewirkt.
Bei dieser Operation wird der untere Teil des Magens entfernt, was außer zur Verkleinerung des Magens auch zu einer Verringerung der Magensäureproduktion führt. Der Dünndarm wird geteilt wobei ein Teil am unteren Restmagen (200 – 300ml) befestigt wird. Dieser Abschnitt wird dann als der „Nahrung transportierende Dünndarmschenkel“ bezeichnet. Der zweite Dünndarmteil transportiert die für die Verdauung notwendigen Gallen- und Bauspeicheldrüsensäfte an den letzten Teil des Dünndarms. Dieser Teil wird Biliopankreatischer Schenkel genannt. Der letzte Dünndarmteil in dem der Nahrungsbrei und die Verdauungssäfte zusammen fließen wird der „Gemeinsame Dünndarmschenkel“ genannt (ca.50cm). Hier findet die eigentliche Verdauung und Aufnahme der Nahrung statt. Durch die Länge dieses Abschnitts hat der Chirurg die Möglichkeit die Menge der Aufnahme von Proteinen, Fetten und fettlöslichen Vitamine zu steuern.
Aufgrund des größeren Restmagens kann man nach der OP größere Portionen als bei anderen chirurgischen Methoden essen, durch den sehr kurzen Verdauungsweg ist hier bei aber gleichzeitig die höchste Abnahme (Gewichtsreduktion 65% und 75%) zu erwarten.
Diese hohe Abnahme geht leider ein her mit einer Mangelernährung. Das bedeutet eine lebenslange Überwachung auf Eiweißmangel, Blutarmut (Eisenmangel), Knochenerkrankungen (z.B. Vitamin D Mangel). Vor allem müssen ständig, insbesondere fettlösliche, Vitamine zugeführt werden. Weiter ist auf Nierensteine zu achten. Auch ist mit Analerkrankungen (z.B. Hämorrhoiden, Analrhagaden, Perianalabszesse, Akne und Furunkel) durch vermehrt breiige Fettstühle hervorgerufen ist zu rechnen. In einigen fällen kann sich Nachtblindheit durch eine mangelhafte Vitamin-A-Aufnahme (wiederum eins der fettlöslichen Vitamine) entwickeln.
Der BPD nach Scopinaro ist die einzige Operationstechnik mit Langzeitstabilität im Gewichtsverlauf (Langzeituntersuchungen über 25 Jahre).Aktualisiert ( Sonntag, den 30. August 2009 um 17:53 Uhr )











