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Adpositas-Chirugie - Schlauchmagen

Magenverkleinerung (Schlauchmagen / Magenschlauch)

Bei der Magenverkleinerung wird der große gewölbte Magenteil, in dem das Hungerhormon Ghrelin produziert wird, durch einen chirurgischen Eingriff entfernt. Der restliche Magenteil hat ein kleines Volumen (80-180 ml) und die Form eines Schlauchs.

Diese Operation zwingt den Patienten zur Reduktion des Nahrungsvolumens und dadurch auch zur Gewichtsabnahme, ohne unter großem Hunger leiden zu müssen. Die Magenverkleinerung gehört zu der restriktiven Bariatrie (schränkt das Nahrungsvolumen ein).

Wer kommt für eineMagenverkleinerung in Frage?

Zur chirurgischen Behandlung krankhaften Übergewichts sind insbesondere Patienten mit Adipositas Grad III (BMI > 40 kg/m2) indiziert, bei denen die konservative Behandlung fehlgeschlagen hat, ggf. Patienten mit Adipositas Grad II (BMI > 35 kg/m2), bei denen das Übergewicht mit schweren Kreislauf-, Stoffwechsel- oder Bewegungsbeschwerden einher geht. Die Indikation zur chirurgischen Behandlung wird anhand einer ausführlichen klinischen und labortechnischen Untersuchung durch den Facharzt für innere Medizin und Bariatrie, Psychologen und einen Chirurgen, Spezialist im Fachbereich bariatrische Chirurgie, vorgenommen.

Vor der Operation

Vor der Magenverkleinerung müssen spezielle Untersuchungen im Bereich innere Krankheiten, Bariatrie und Psychologie erfolgen und erst nach einer komplexen Beurteilung der Ergebnisse wird gemeinsam mit dem Patienten über die Eignung und den Typ des operativen Eingriffs entschieden.

Operationsablauf

Die Operation erfolgt unter Vollnarkose, fast immer laparoskopisch, d.h. mit Hilfe spezieller chirurgischer Instrumente und einer schlauchmagen
kleinen Kamera, die durch mehrere 1-2 cm breite Einschnitte in der Bauchwand eingeführt werden. Nicht immer ist es jedoch möglich, die Operation laparoskopisch durchzuführen. Bei Verwachsungen in der Bauchhöhle oder aus einigen anderen Gründen ist manchmal während des laparoskopischen Eingriffs erforderlich, die Operation „klassisch“, also durch einen Schnitt in der Bauchwand, durchzuführen. Das Ergebnis der Operation ist jedoch gleich. Nach der Magenschlauchoperation bleibt im Körper kein fremdartiger Gegenstand. Sie sollten trotzdem mit einem mehrtägigen Klinikaufenthalt nach der Operation rechnen.

Nach der Operation

Nach laparoskopischer Operation können Sie bereits am ersten Tag nach der Operation aufstehen. Treten keine Komplikationen auf, so wird der Patient gewöhnlich am 4.-5. Tag nach der Operation entlassen. Die Arbeitsunfähigkeit hängt vom Charakter der Beschäftigung ab, gewöhnlich dauert sie 10-14 Tage. Nach einer „klassischen“ Operation durch Bauchschnitt bleibt der Patient in der Klinik ungefähr eine Woche lang und die Arbeitsunfähigkeit liegt zwischen 14-21 Tagen.

Der Lebensstil nach der Operation

Der richtige Lebensstil sowie eine angepasste Ernährung ist eine entscheidene Bedingungen, einer guten Gewichtsabnahme ohne Komplikationen und einer Gefährdung des Gesundheitszustandes vorzubeugen.
So ist möglich und sehr empfehlenswert ungefähr zwei Wochen nach der Magenverkleinerung, wieder mit leichter angemessener körperlicher Aktivität zu beginnen. Einmal um den Grundumsatz zu steigern, dann um den Kreislauf zu stärken und damit die Gewichtsabnahme zu verbessern.

Ganz wesentlich ist die Änderung des Trinkverhaltens. Sie dürfen nicht sofort nach dem Essen trinken, sondern sollten eine Wartezeit von ca. 30min. einhalten. Trotzdem müssen sie auf ihren Tagesbedarf von mindestens 2 Litern Flüssigkeit kommen und sollten darum vermehrt  zwischen den Mahlzeiten, zumeist Wasser oder andere ungesüßte Getränke, zu sich nehmen.

Im Laufe der ersten vier Wochen nach der Operation darf der Patient nur flüssige Nahrung zu sich nehmen, um durch eine übermäßige Spannung des restlichen Magenteils die Naht an der Magenwand nicht zu beschädigen. Nach weiteren zwei Wochen gemixter Nahrung wechselt der Patient auf normale, abwechslungsreiche, jedoch diätetische und rationelle Ernährung!!! Die Reduzierung der Kalorieneinnahme ist von jedem Patienten selbst zu steuern, ansonsten setzt die gewünschte Gewichtsabnahme nicht ein.

Sehr wichtig ist, das Essen vor dem Schlucken richtig zu kauen, viel mehr als vor der Operation. Es ist empfehlenswert, kein rohes, ungeschältes Obst und Gemüse oder ungenügend gekochtes Fleisch zu essen. Es sollten fünf Mahlzeigen pro Tag einzuhalten: Frühstück, Zwischenmahlzeit, Mittagessen, Zwischenmahlzeit, Abendessen. Die Nahrungsmenge, die Sie auf einmal zu sich nehmen können, ist nun viel kleiner als vor der Operation. Nach wie vor ist eine fettarme Reduktionsdiät mit genügend Proteinen und Vitaminen einzuhalten.

Bei wiederholtem übermäßigen Essen und Nichteinhaltung der Anweisungen dehnt sich der Magenschlauch wieder aus und erfüllt nicht mehr seine Funktion. Der Patient wird dann wieder zunehmen!

 

Animation zum Schlauchmagen (YouTube Video)

Aktualisiert ( Sonntag, den 30. August 2009 um 11:26 Uhr )